Auszug aus dem Rottaler Anzeiger vom 14.05.2022
8. Klasse der Mittelschule Wurmannsquick hat sich mit Thema "Fake News" befasst
Wurmannsquick. "Lügenpresse, halt die Fresse! Das Einzige was stimmt, ist der Wetterbericht!", schreibt der liebe Otto Normalverbraucher in einem sozialen Netzwerk – und hofft auf jede Menge Likes. Das, was die Klassenlehrerin Dagmar Rottbauer zu Beginn einer Informatikstunde zeigt, soll die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 bewusst provozieren. Stimmt das, was auch Lieschen Müller auf dieser Seite postet? "Seid ihr bescheuert? Die Erde ist nicht flach, sie ist WÜRFELförmig! #VERSCHWÖRUNG."
Die Jugendlichen sollen nun entscheiden: Ist das Fakt oder ist das Fake? Nicht immer sind richtige und falsche Nachrichten in den sozialen Netzwerken so leicht zu erkennen. Gerade Jugendliche informieren sich zumeist in den sozialen Medien oder Internetseiten über aktuelle Ereignisse. Schnell merken die Schülerinnen und Schüler, wie leicht man online Gefahr läuft, dass man Falschmeldungen auf manipulierten Seiten oder veränderten Fotos Glauben schenkt. Auf den ersten Blick erkennt man nämlich kaum, dass unter dem Mantel einer vermeintlich seriösen Berichterstattung systematisch gegen Fremde, Flüchtlinge oder andere Sachverhalte aufgehetzt wird.
Im Laufe der folgenden Unterrichtsstunden geht es um Fake News, also bewusst in Umlauf gebrachte Falschnachrichten oder auch Hoax genannt. So erfahren die Schüler im Informatikunterricht von den Klassen 6 bis 9, dass sich Falschmeldungen mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent schneller verbreiten als andere. Wer dabei überraschende Neuigkeiten zu verbreiten weiß, dessen sozialer Status steigt. Dabei ist vielen Nutzern gar nicht wichtig, ob sie die Wahrheit verbreiten, sie verbreiten zudem lieber schlechte Nachrichten als gute. (Studie "The spread of true and false new online" des MIT aus dem Jahr 2018, http://science.sciencemag.org/content/359/6380/ 1146).
In den Informatikstunden erfahren alle Jahrgangsstufen, dass man im digitalen Alltag nicht unbedarft sein darf und kritisch gegenüber den Informationen im Netz sein soll. Informationen können von jedermann unkontrolliert ins Netz gestellt werden und werden häufig ohne Überprüfung weiterverteilt – das birgt große Gefahren! Zudem verstecken sich hinter vielen Accounts oftmals Social Bots, das sind Programme, die Aktionen ohne menschliche Eingriffe ausführen und diese können so in sozialen Medien Stimmungen manipulieren und Desinformationen verbreiten.
Wie dies ganz leicht passieren kann, erleben die Schülerinnen und Schüler durch das Online-Spiel "get bad news". Dabei versetzen sich die Jugendlichen bewusst in die Rolle eines Erstellers von Falschnachrichten und gewinnen somit einen Einblick in die Methoden und Taktiken, mit denen Erzeuger von Fake News arbeiten. So erleben sie spielerisch, dass oftmals das Kritisieren der Mächtigen, das Bezweifeln von offiziellen Aussagen und das Schüren von Misstrauen für viele Follower in sozialen Netzwerken sorgt.
In einem Quiz zum Thema "Fake News" auf der Seite klicksafe.de konnten alle Jugendlichen abschließend ihr Wissen zu Falschnachrichten überprüfen. Zudem fanden sie einige Fakten-Checker, die Jugendlichen helfen können, Nachrichten richtig einzuordnen. Dazu gehören natürlich die Fakten-Checker-Seiten der öffentlich rechtlichen Sender und Programme ("Faktenfuchs" vom Bayerischen Rundfunk, ARD-Faktenfinder), sowie auch beispielsweise correctiv.org oder die Seite mimikama.at.
Fotos: Bei der Arbeit im Computerraum setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema "Fake News" und dem Umgang damit auseinander.
Vier wichtige Schritte, wie man Fake News aufdecken kann, gibt die Seite klicksafe.de an die Hand.

