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Abschied mit den besten Wünschen für einen neuen Lebensabschnitt

Der neunjährige Marathon wird für alle in Erinnerung bleiben – erhebende Abschlussfeier in der Kirche St. Andreas

Wurmannsquick. Nicht wie üblich in der Schulaula, sondern in der Pfarrkirche St. Andreas ging in einem sehr würdigen Rahmen die diesjährige Entlassfeier der Mittelschule über die Bühne. In den Grußworten und Reden spürte man dabei in allen Momenten das gute Einvernehmen und die gegenseitige Wertschätzung zwischen den scheidenden Schülern, dem Elternbeirat und der kompletten Lehrerschaft. Im Rahmen des begleitenden Wortgottesdienstes meinte Pfarrer Josef, man solle dankbar vor Gott stehen, für insgesamt neun Jahre Schule. Sehr prägend und begleitend waren dabei Arbeit, Mühsal, Ärger, Misserfolge, aber auch Freude in vielen schönen Momenten und Stunden.

Religionslehrer Josef Rettenbeck erinnerte rückwirkend und beim Blick nach vorne an die verschiedenen Hilfsmittel, welche einen Schüler begleitet haben und künftig noch werden wie etwa ein Werkzeug, ein Federmäppchen, ein Lineal, jede Menge Bücher, ein Hammer, ein Schraubenschlüssel und eine Kreissäge. Alle diese Werkzeuge waren vor dem Altarraum aufgebaut. Auch in der Bibel, so Rettenbeck, werde von Werkzeugen gesprochen mit sehr prägender Wirkung. Respekt und Aufrichtigkeit gelten dabei immer als guter Vorsatz für jeden Menschen, genauso wie sein Herz in die Hand zu nehmen.

In den Fürbitten, gesprochen von den Schülern, ging es um die vielfältigen positiven Wünsche für die Zukunft. Eindrucksvoll umrahmten die Schüler der Klasse zwei B mit Lehrerein Sieglinde Weiherer zwischen den einzelnen Passagen des Wortgottesdienstes die Andacht mit passende Liedern und rhythmischen Bewegungen. „Herzlich willkommen“ hieß es zum Auftakt. Über „ich nehme mein Herz in meine Hand“, dem Halleluja und dem Vater Unser Lied bis zum fetzigen Hinausspielen präsentierten sie sich von ihrer besten Seite.

Im Namen des Schulverbandes meinte Bürgermeister Johann Gaßlbauer aus Geratskirchen dass dieser Tag von den Schülern sehnsüchtig erwartet wurde. Gerade der Endspurt in den neun Jahren war keine leichte Zeit, denn es war fast nichts mehr normal. Alle waren bis an die Schmerzgrenze gefordert, ob Schüler, Eltern und natürlich auch die Lehrerschaft. Auch künftig sollt ihr das Lernen nicht aus den Augen verlieren, den weitere Hürden müssen gemeistert werden, war sein Appell an die Schüler. Ein neuer Abschnitt mit wohl regelmäßigen Weiterbildungen werde auch der Begleiter in den nächsten Jahren sein.

Passende und sehr treffende Worte richtete Thomas Bauer im Namen des Elternbeirates nach allen Richtungen. Eine neue Zeit, ein neues Umfeld, neue Orte und viele neue Menschen und Gesichter werden die ehemaligen Schüler nun kennenlernen. Die große Welt der Digitalisierung wird dabei sehr prägend sein. Man solle daher versuchen zumindest als Mensch einzigartig zu bleiben, war sein Wunsch. Für die vier Besten hatte er Gutscheine parat.

Einen weiten Bogen spannten dann im Namen der Schüler Christoph Buchner und Alina Wiesmeier für sehr erlebnisreiche neunjährige Schullandschaft mit allen Höhe und Tiefen. Sehr amüsant waren die netten Worte, die von der Schultüte bis zum erfolgreichen Finale des Qualifizierenden Abschlusses reichten. Brigitte Schönberger übergab im Namen der Schüler und Elternschaft präsente an die Lehrer für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Schüler, die es ihnen sicher nicht immer leicht machten.

Von unendlich großer Geduld sprach Schulleiter Franz Bauer während der neun Schuljahre, nämlich immer wieder den Lehrern zuhören und nebenbei still sitzen bleiben, aber ihr habt es nun geschafft in einer nicht einfachen Zeit zum Endspurt. Die letzten beiden Jahre waren nicht einfach. Immer wieder gab es neue Bestimmungen und es galt das volle Programm zu bewältigen, so Bauer. Immer wieder der  Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht mit viel Lernen zu Hause und dann noch Quarantäne. Die Schwierigkeiten, die Corona mit sich brachte, wurden gut gemeistert mit bestmöglicher Unterstützung der Eltern. Die Krise war aber auch eine Chance und alle haben sich digital enorm weiterentwickelt. Als verdienter Lohn wurden die  Abschlussprüfungen erfolgreich be- und auch überstanden und jeder  erhält ein Abschlusszeugnis. In den vergangenen neun Jahren hat sich die Lehrerschaft redlich bemüht, möglichst viel beizubringen.  

Es stehen nun viele Möglichkeiten offen und man muss  Entscheidungen treffen, wobei sich vielleicht  die eine oder andere Entscheidung als falsch herausstellen wird,  so Bauer. Aber ihr habt die Chance, eure Wünsche und Träume zu verwirklichen.  „Die Kunst des Lehrens besteht darin, die natürliche Neugier zu wecken, um sie dann stillen zu können“, war sein Abschlusswunsch. An die vier besten Michael Ettinger, Niklas Lohr, Severin Sextl und Alina Wiesinger gab es schließlich Büchergutscheine.

Für den erkrankten Klassenlehrer Franz Öller richtete in Vertretung Konrektorin Dagmar Rottbauer Schlussworte an die Schüler.

„Stand up please! Good morning everyone! Sit down please!“ Dies waren vermutlich die ersten Worte, die alle Schüler sehr prägend für immer in Erinnerung behalten werden, meinte sie amüsant. Diese Worte waren zugleich der Startschuss für einen zweijährigen Marathon, der am Ende letztlich zum Ziel des heutigen Abends führte. Sehr intensiv ließ sie diese zwei entscheidenden Jahre Revue passieren.

Wie vor jedem Lauf ist Dehnen und Aufwärmen das Wichtigste, so begann dieser Marathon ins Berufsleben vor zwei Jahren. Ihr habt euch aufgewärmt und vorbereitet, habt im Laufe der achten Klasse verschiedene Berufe sowohl in der Theorie kennengelernt als auch in der Praxis ausprobiert; seid gestolpert, habt euch aufgerappelt und habt gerade dadurch für euch eine passende Strategie entwickelt, um euch zurechtzufinden und die eigenen Stärken und Schwächen kennenzulernen, meinte sie wörtlich. Jede Menge entscheidende Passagen in diesem Marathon mit immer wieder Fragen wie,  Worin bin ich schon gut? Woran muss ich noch arbeiten? Und welche unüberwindbaren Schwächen muss ich  dafür durch andere Talente ausgleichen? Letztendlich habe sie für alle der Aufwand gelohnt für ein sehr wichtiges Dokument, nämlich das Abschlusszeugnis. Die Kräfte musste man sich gut einteilen. Hatte man sich keine Reserven antrainiert, konnte einem allzu schnell die Puste ausgehen. Gab man zu wenig verlor man den Anschluss. Es war ein Ringen und Kämpfen, ein Zerren und Ziehen, Pauken und Büffeln, ja geradezu ein Zehnkampf verschiedenster Herausforderungen. Und dem kamen auch noch ein paar Hürden hinzu:  Mitten auf der Bahn, da war sie plötzlich, die Corona-Pandemie und nichts hätte einen darauf vorbereiten können – ja noch nicht einmal das allerbeste Training. Eine Ausweichroute musste gefunden, ungewohnte Wege beschritten werden und doch hat sich durch Einsatzbereitschaft, Durchhaltevermögen und Willensstärke niemand verlaufen. Und so vergingen sie, die leichten, aber auch die schweren Abschnitte in dem Lauf, der anfangs noch endlos schien und doch so plötzlich in seine entscheidende Phase trat.

Noch einmal Durchatmen, alle Kräfte sammeln und dann der Sprint zur Zielgeraden, war dann die Vorgabe. Es waren dann sind die letzten Meter, die den Unterschied ausmachten, mit einem Happy-End für alle.  Jede Menge Durchhaltevermögen für den weiteren Lebensweg, einen langen Atem und noch viele Ziellinien, die ein jeder wohl noch mehrmals durchschreiten muss in einem sehr schnelllebigen Zeitalter war der Wunsch des Klassenlehrers. Einen besonderen Platz in seinem Herzen wird dabei  immer eine Disziplin beibehalten: Der Englischunterricht und schloss mit den Worten  „Farewell everyone“ seine perfekte Laudatio. Zwischendurch lockerte mit passenden Musikstücken Peter Stahlhofer die Abschlussfeier auf, bevor das obligatorische letzte Klassenfoto die neun Jahre Schulzeit endgültig beendete. (hm)

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